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DAS PERFEKTE ICH


In den vorgefundenen Raum stapelt bzw. hängt Katharina Lehmann klare geometrische Formen. Sie türmt drei Säulen aus großen, mittelgroßen, kleinen Würfeln vom Fußboden in Richtung Saaldecke, als Symbol für das Immer-Höher-Hinauf-Wollen. Und im Zentrum positioniert sie einen sich um seine Mittelachse drehenden Kreis, der sich vollkommen in-sich-selbst schließt. Die linearen geometrischen Formen stehen für das Plan- und Berechenbare. Ihre Flächen-Häute aus scheinbar frei und organisch gewachsenem Gewebe verkörpern hingegen das Evolutionäre, das Zufallsprinzip. Ordnung und Chaos in Balance!?

 

Der Monolog „Das perfekte Ich“, welcher den Raum mit Sprache erfüllt, umkreist die Selbstoptimierung des Menschen, die niemals mit Vollkommenheit verwechselt werden darf. Die fiktive innere Stimme der Natur wendet sich an die Menschheit und startet mit den Worten: „Ihr Motto: Wachstum. Mein Motto: Evolution... Ihr Weg führt sie nach oben, es ist ein stetes Hinaufsteigen. Meine Art ist Dahinfließen, den geringsten Widerstand suchen, nachgiebig sein...“

 

Text © Günter Braunsberg für ortungX, 2017